Aktuelles Forschungsprojekt:
Spirituelle Identität in einer interreligiösen Welt.
Eine empirische Studie in München, New York, Vilnius und Seoul
Dr. Martin Rötting Habilitationsprojekt LMU München
Vergangene Projekte
Interreligiöses Lernen im christlich-islamischen Dialog

OCCURSO Forschung
Dr. Martin Rötting, roettingm@occurso.de
Eda As M.A.,Ase@occurso.de

Interreligiöse Lernprozesse von Christen und Muslimen
Qualitative Feldforschung und Online-Umfrage
Bedingungen interreligiöser Akzeptanz und  religiöse Identität im interreligiösen Feld.

Online Umfrage zum interreligiösen Lernen

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Projektstand:

Durchführung der empirischen Studie in Deutschland (2008-2011).
Zwischenstand: Publikation: Rötting, Martin, Religion in Bewegung, Dialog-Typen und Prozess im interreligiösen Lernen, Lit-Verlag, Münster, 2012.
Die Weiterfürhung des Forschungsprojektes (Projektteil Türkei) hängt von Drittmitteln ab.

Projektleitung:  Dr. Martin Rötting (OCCURSO)
Kooperationspartner München: OCCURSO, Institut für Religions- und Missionswissenschaft der LMU, IDIZEM, Muslimrat, ELKB, Erzb. Ordinariat, Referent für interreligiösen Dialog.
Kooperationspartner in Antakya: Universität Antakya, Zentrum Pax Antakya.
Das Projekt ist auf 4 Jahre angelegt.
OCCURSO ist derzeit auf der Suche nach weiterer Forschungsfinanzierung für dieses Projekt.
OCCURSO-Forschungsgruppe: Eda As M.A., Dr. Martin Rötting, OCCURSO-Praktikanten. Beratend: Prof. Dr. Anne Koch.

 

1. Zusammenfassung

Das Forschungsprojekt untersucht die Bedingungen interreligiöser Akzeptanz. Dazu werden  interreligiösen Lernprozesse im Hinblick auf Motivationen und Anknüpfungspunkte so wie Transformationsprozesse erforscht. In einer Feldforschungsphase wird dafür empirisches Analysematerial aus dem interreligiösen Lernprozess von Christen und Muslimen in München und Antakya (Türkei) anhand qualitativer Leitfadeninterviews gewonnen. Wir gehen von der Forschungshypothese aus, dass interreligiöse Akzeptanz eine immer neu zu erreichende Größe religiöser Identität im multireligiösen Kontext ist. Dank der qualitativ empirischen Untersuchung interreligiöser Lernprozesse und deren Kontextualität zu historischen und gegenwär­tigen soziologischen Determinanten können Motivationen und Anknüpfungspunkte benannt werden, die für solche Lernprozesse relevant sind.

Die Lernprozesse werden aus  religionswissenschaftlicher, soziologischer, und religionspädagogischer Perspektive analysiert. Diese Analysen werden mit Blick auf die Frage nach interreligiöser Akzeptanz in Identitätsbildungsprozessen in einen interdisziplinären Diskurs gebracht. Die Ergebnisse stellen die Basis für den nächsten Forschungsabschnitt dar, in der die  Erkenntnisse aus den Interviews wieder ins Feld eingebracht werden.

Die Kooperation mit Dialoginitiativen vor Ort sichert eine praxisrelevante Benennung und Auswertung der Ergebnisse. Dies wird durch die Zusammenarbeit des Institutes für Missions- und Religionswissenschaft der Ludwig-Maximilians Universität und OCCURSO Institut für interreligiöse und interkulturelle Bildung gewährleistet. Die Rückspiegelung der Forschungsergebnisse in die Praxis von Dialoginitiativen und darauf folgend deren Analyse durch weitere empirische Erhebungen bildet den zu erwartenden Lernprozess in der Forschungsmethodik ab.

In einem zweiten empirischen Forschungsabschnitt werden wiederum qualitative Interviews gewonnen, deren Analysen ebenfalls interdisziplinär nach dem Verlauf des interreligiösen Lernprozess befragt werden. Dabei erweitert der Befragungszeitraum und die zweimalige Befragung der Interviewpartner so wie die bewusst gesetzte Interaktion mit Dialogprojekten das Wissen um Identitätsbildende Faktoren. Die Kenntnis der Relevanz initiierter interreligiöser Dialoge im multireligiösen Feld für die Bedingungen interreligiöser Akzeptanz sind ebenso angestrebtes Ziel des Projektes, wie deren Auswirkungen auf die untersuchten Lernprozesse.

2. Stand der Forschung

Die Bedingungen interreligiöser Akzeptanz und ihre Entstehung in konkreten interreligiösen Lernprozessen in Verbindung mit initiierten Dialoginitiativen sind bisher nicht Gegenstand religionswissenschaftlicher und religionspädagogischer Forschung gewesen. Kenntnis darüber ist für die Erforschung religiöser Identitätsstrukturen in multireligiösen Kontexten und für die gelingende konkrete Umsetzung von Dialoginitiativen unabdingbar notwendig.

Im christlichen Kontext gibt es empirische Studien zur Identitätsbildung, die vor allem die Alltagsreligiosität in den Focus nehmen. Bochinger drückt die Verschiebungen und Entwicklungen hier mit dem Terminus „spiritueller Wanderer“ aus (Bochinger et al. 2001). Forschungen zu Glaubensprofilen (Buchner 2004) in Form von Psychobiographien religiöser Entwicklung positionieren religiöse Identitätsbildungsprozesse zwischen Individualität und Universalität. Mit Blick auf die Bildung von Identität als „Geistige Heimat��� im Buddhismus aus Tibet untersuchte E. Saalfrank die Identitätsbildung von Kagyüpas in Deutschland (Sallfrank 1997). Biografische Arbeiten im europäisch-asiatischen Kontext erbrachten Hackbart-Johnson (2001) mit einer Studie über Henri Le Saux (OSB) und Baatz (1998) über P. Enomia-Lassalle. Im t��rkischsprachigen Raum gibt es u.a. zahlreiche Biographien zu Sufismus-orientierten Persönlichkeiten wie z.B. Mehmed Emin-i Tokadı (Şimşek 2004) oder Persönlichkeiten wie Ömer Seyfettin, Vertreter eines modernen national-orientierten Islam (Mert 2004). Identitätsbildungsprozesse zwischen Islam und Christentum aus theologischer Perspektive stellt der Tagungsband Identität durch Differenz (Schmid et al. 2007) zusammen. Die Ergebnisse einer Meinungsumfrage zu Jüdischer Identit��t und ihre Entwicklung in Israel und Deutschland legt Eberlein (2006) vor. Einen Beitrag zur Erforschung religiöser muslimischer Identität im interreligiösen Kontext bietet Klinkhammer (2000). Die Forschungsarbeit von Sackmann u.a. (2000 und 2001) behandelt die kollektive Identität der türkischen Migranten in Deutschland und bezieht sich dabei auch auf den Faktor Religion/Islam bei der Bildung der kollektiven Identität.

Die Bedeutung historischer Kontexte für den heutigen Dialog zeigt Tharwat (2008). Korzeniowski (2006) ist mit der Porträtierung der Situation des christlich-muslimischen Dialogs eines Gemeindebezirkes in Wien eine wichtige Einzelstudie gelungen. Alıcı (2005) geht in seinem Buch auf die sozio-kulturellen Faktoren, die bei einem muslimisch-christlichen Dialog eine wichtige Rolle spielen und versucht die Hauptgedanken zu skizzieren und das Wesen des Dialogs festzustellen.

Gesellschaftliche und politische Faktoren und deren Bedeutung für den Islam in der Türkei zeigt Bilir (2004) auf. Die Sonderform des türkischen Laizimus (Seufert 2004) wird deutlich an der staatlichen Institution Staatliches Präsidium für Religionsangelegenheiten (türk. Diyanet İşleri Başkanlığı’), durch die der Staat seine Kontrolle auf die Religion ausübt (siehe hierzu Kara 1999 und Tezcan 2003).

Das Verständnis von Dialog in der Türkei wird durch Karaman (2005) näher untersucht. Gegenpositionen bzw. skeptische Annäherungen an den Dialog sind nachzulesen in Oruç (2003). Zur Frage der religionswissenschaftlichen Evaluierung von Dialogbemühungen finden sich erste Ansätze im Projektabschlussbericht von Klinkhammer und Satilmis (2007).

Die bisherige Forschung fokussiert Teilaspekte interreligiöser Lernprozesse, wie etwa das Selbstbild
von Frauen oder die Genese eines ‚Türkischen Islams’ in Auseinandersetzung mit dem jeweiligen Kontext. Eine Untersuchung der Auswirkung von Dialogbemühungen auf interreligiöse Lernprozesse im Blick auf die interreligiöse Akzeptanz steht noch aus. Dabei ist vielfach auf die Notwendigkeit von intensiveren Studien verwiesen worden. Das angestrebte Projekt antwortet auf dieses Forschungsdesiderat konkret durch die Methodik von zwei Interviews mit dazwischen initiierten Dialogprojekten.

3. Methodik: Analyse halbstrukturierter Interviews 

In seiner Dissertation entwickelte Rötting (2007) eine Methodik zur Analyse halbstrukturierter Interviews aufgrund von Mayring (1997), mit der anhand einer zweidimensionalen Darstellung eine Analyse der Dialoglerntypen erfolgen konnte.  Auf diesem bereits erprobten Analyseschema aufbauend wird eine für auf zwei Interviewphasen zu entwickelnde Analysemethodik erarbeitet. 

Die Vergleichbarkeit der Forschungsergebnisse mit den Ergebnissen eines ganz anders gelagerten Dialogs ermöglichen auch konkrete qualitätssichernde Maßnahmen der Methodik.
Ergebnisse und Forschungsdesiderate aus der Perspektive dieser Arbeit ermöglichen ein gezieltes Vorgehen im Blick auf Probleme in der Lernprozessanalyse interreligiöser Begegnungen.

 

 

 

 

 

 

 

 

4. Zeitrahmen und Organigramm

Die Studie gliedert sich in drei große Forschungsabschnitte:

Forschungsabschnitt I:     Vorstudien im Feld
Entwicklung und Test des Leitfadens
Interviews und Auswertung, Veröffentlichung 1

Forschungsabschnitt II:     Kooperation mit Dialogprojekten

Forschungsabschnitt III:     Interviews und Auswertung, Veröffentlichung 2

Bisher durchgeführt (2008-2011): Feld München, Abschnitt I.

5. Kooperationspartner 

Partner,Institution, Kompetenz
1. Prof. Dr. Stephan Leimgruber
Ludwig-Maximilians Univ. München, Kath. Theologie und kirchliche Bildungsarbeit
Arbeit zum interreligiösen Lernen im  christlich – muslimischen Dialog.
2. Prof. Dr. Ömer Özsoy
Univ. Frankfurt, Islamwissenschaften
Koranhermeneutik und islamische Theologie in der Türkei
3. Prof. Dr. Hüseyin Türk
Univ. Antakya, Anthropologie Soziologie
Soziologie und Religionen in der Türkei
4. Barbara Kallasch
Zentrum Pax
Interreligiöser Dialog Antakya
5. Muslimrat
Muslimrat München
Kooperation mit Moscheevereinen
5. IDIZEM
Interreligiöses Dialogzentrum München
Muslime im Dialog mit Christen
6. Dr. Andreas Renz
Referat für interreligiösen Dialog, Erzdiözese München Freising
Dialog in der Katholischen Kirche, Theologie im christl. Muslim. Dialog.
7. Dr. Rainer Oechslen
Referent für Islamfragen und interreligiösen Dialog ELKB
Islamfragen und Dialog mit der evang. Kirche.
8. N.N.
Turkologie; LMU
Geschichte Türkei und des Islams im osmanischen Reich bis zur Gegenwar

 

 

6. Zwischenbericht zum Forschungsabschnitt I

Der Forschungsabschnitt I umfasst Kontextstudien zur Soziologie und Geschichte muslimisch-christlicher Begegnungen in den Feldern München und Antakya, die Entwicklung eines Leitfadens und die Durchführung so wie Analyse der Interviews. Der Interviewleitfaden wurde von Rötting (Interreligiöses Lernen im buddhistisch-christlichen Dialog, 2007) übernommen und angepasst. Die Übersetzung ins Türkische erfolgte durch Eda As.

Die Kontextstudien mit dem Ziel geeignete Kooperationspartner für die Interviews und die Dialogprojekte zu gewinnen läuft seit 2007. Im Februar 2008 wurde mit der Erhebung von Daten durch qualitative halbstrukturierte Interviews begonnen. Die Ergebnisse einer ersten Analyse werden im folgenden dargestellt.

Die Kurzdarstellungen der Interviews sind keine umfassende Analyse, sondern stellen nur einen Einblick dar. Die Interviews sind Anonymisiert.

 

Interviews mit Muslimen in Deutschland

DM1 Soner E. (35) und Ingenieur türkischer Herkunft. Er spricht sehr gut Deutsch und hat sich nach nach seiner Ankunft in Deutschland und besonders nach den Anschlägen des 11. Septembers 2001 mit dem Islam befasst. Dafür sei vor allem die Rückfragen der deutschen Kollegen und das geänderte Verhalten maßgebend gewesen. Er sei nun nicht mehr zuerst als Türke, sondern als Muslim wahrgenommen worden. Für den Dialog begann er sich zu interessieren um das negative Image des Islam nach den Terroranschlägen zu verbessern. Die Aktivitäten in der örtlichen Moschee hätten auch dazu beigetragen, dass er den Islam wieder entdeckt habe. Soner E. betet nach eigenen angaben nicht regelmäßig, weil ihm dies sein Arbeitsalltag nicht erlaube und er auch keinen Anstoß bei nicht-muslimischen Kollegen erregen wolle.  Als Ankn��pfungspunkt für den Dialog gibt Soner E. den gemeinsamen Gott an, wobei er aber die „christliche Dreiteilung Gottes“ nicht verstanden habe. Wichtiger als theologische Fragestellungen sind Sonder E. die Förderung gegenseitiger Toleranz und Achtung.

DM2 Mehmed C. (28), Accomodator, ist Student und aktives Mitglied der Münchener Dialoginitiative IDIZEM. Seine Mutter ist eine deutsche Konvertitin zum Islam und sein Vater Türke. Mehmed C. studierte in Istanbul und München. Er sei interreligiös aufgewachsen, mit großer Toleranz gegenüber Anderen. Seine deutschen Großeltern seien praktizierende Christen gewesen. Die Neugier und die Freude am Lernen seien die größten Motivationen für den Dialog. Er fühle sich solidarisch mit den Muslimen in aller Welt, deren Image durch die Terroranschläge und dem islamischen Fundamentalismus geschädigt sei.  Freundschaften mit Christen forderten ihn heraus auch den eigenen Glauben zu überdenken. Anknüpfungspunkte sind für Mehmed das „Menschsein“ und der Glaube an Gott. Das christliche Gottesbild versteht er als Gott, der in Jesus den Menschen nahe sein wollte. Diese Nähe Gottes zu den Menschen fasziniert ihn, es sei für ihn der Grund der christlichen Liebe, die er immer wieder erfahren habe. So könne er sich an Begegnungen mit äußert freundlichen Nonnen in seiner Schulzeit erinnern. Durch den Dialog mit Christen habe er die barmherzige Seite Gottes mehr sehen gelernt. Im Islam komme es ihm so vor, dass die Seite des Richters und Allmächtigen, Allwissenden oft im Vordergrund stehe. Das Christentum habe ihm einen „Lieben Gott“ gezeigt, den er nun auch im Koran mehr entdecken könne.

 

DM3 Ali F. (34), Assimilator, ist Pal��stinenser, studierte in Syrien und promoviert derzeit in München. Er engagiert sich im Dialog seit seiner Ankunft in Deutschland verstärkt in der Mosche. Zuhause sei er ein „normaler“ Muslim gewesen, der den Ramadan halte. Sein Vater habe ab und an zuhause gebetet, aber nicht regelmäßig. In Deutschland habe er die Situation der Muslime als bedrängt empfunden und er fühle es als seine Pflicht als Muslim zum Imagegewinn der Muslime beizutragen. Als  Anknüpfungspunkte nenne er das Fasten, die Spenden und das Beten so wie den gemeinsamen Gott. Allerdings verstehe er das christliche Gottesbild nicht, auch weil er verschiedene Erläuterungen kenne, so lehren die Katholiken die Menschlichkeit und Göttlichkeit Jesu sei einer Natur, aber die ägyptischen Kopten vertreten eine Zwei-Naturen-Lehre.

Interviews mit Christen in Deutschland 

DChr 1 Johanna B (23), Assimilator,  ist Praktikantin einer NGO die sich um Inkulturation im Raum München bemüht.  Im Rahmen dieser Tätigkeit hat sie an einem Kurs zur interreligiösen Begegnung und an einer christlich-muslimischen Jugendbegegnung teilgenommen, in dessen Verlauf sie auch eine Moschee besucht hat. Während die Themen und Schwerpunkte des Kurses bereits nach kurzer Zeit verblasst waren, blieben die Konkreten persönlichen Begegnungen mit gleichaltrigen Muslimen und der Austausch über Glaubensfragen im Gedächtnis. Besonders das Gebet der Muslime beeindruckte die Christin, die selbst in einer Freikirche aktiv ist.

DChr 2 Magdalena K.(19), Assimilator,  ist Praktikantin eines Jugendverbandes und besuchte in Vorbereitung auf ein Studium ein Seminar zur Spiritualität der Weltreligionen. Dieses Seminar beinhaltete auch einen Moscheebesuch. Die persönliche Begegnung beeindruckte Magdalena K. und erlaubte ihr, die über das Thema Islam angelesenen Informationen „zu erden“.  Anknüpfungspunkte des Dialogs mit Muslimen seien der gemeinsame Glaube und das gemeinsame Engagement für eine gerechte und tolerante Gesellschaft.
DChr 3 Edmund K. (55), Accomodator,  ist Kraftfahrer und stark ehrenamtlich engagiert. Als PGR Vorsitzender einer Kleinstadt ist ihm der Dialog mit den Muslimen seiner Stadt seit etwa sechs Jahren ein besonderes Anliegen,  weil sie auch Teil der Stadtgesellschaft seinen. Edmund K`s. Focus im Dialog ist das gemeinsame Bemühen um ein gutes Miteinander aller gesellschaftlichen Gruppen in der Stadt. Anknüpfungspunkt für Edmund K. sind die konkreten Rituale des Gebetes, die er als Symbole versteht, die er als Christ auch „lesen“ kann, selbst wenn er andere verwende. Aber als Gläubiger spüre er hier eine Verbindung zu den Muslimen.

6. Forschungshypothesen

6.1  Christen und Muslime engagieren sich im Dialog um die Gesellschaft zu verändern.
6.2 Muslime und Christen engagieren sich im Dialog um das Image der Muslime zu heben.
6.3 Muslime fühlen sich in den im Dialog erfahrenen Identitätsbildungsprozessen gestärkt.
6.4 Die Referenzreligiösität im Blick auf den Gottesglauben wird durch den Dialog gestärkt.
6.5 Die stark politisch-gesellschaftliche Dimension im chrislich-muslimischen Dialog fördert
den Zugang für die Lerntypen „Accomodator“ und ���Assimilator“.

7. Fazit

Die bisherigen Interviewergebnisse lassen noch keine Aussagen über Strukturen des interreligiösen Lernens zu, konnten aber schon bereits Fragen aufwerfen, die Forschungshypothesen ermöglichen. Der Unterschied der Anknüpfungspunkte im Vergleich zur Studie buddhistsich-christlicher Lernprozesse, sowie die bisherige Konzentration auf „aktive“ Lerntypen lassen weitere  interessante Forschungsfragen erwarten. Der multikulturelle Kontext der Studie lässt kultur- und religionsspezifische Aussagen über die untersuchten Lernprozesse erwarten, die mit Blick auf Definitionen zum Verhältnis von Kultur und Religion fruchtbar gemacht werden könnten.

 

8. Interviewleitfaden

Interreligiöses Lernen
im christlich-muslimischen Dialog
Leitfaden für Christen (Muslime)
Verwendet wird ein Leitfaden in deutscher, türkischer oder englischer Sprache.


 
 
 
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